kurze Einführung
Das Brettchenweben ist ein historisches Handwerk, bei dem Bänder in unterschiedlichen Breiten mit Hilfe von flachen
Brettchen oder Karten mit Löchern gewebt werden. Das Muster entsteht hierbei durch die Drehung der Brettchen, d.h.
durch die Kettfäden, die durch die Löcher in den Karten laufen.
Es gibt verschiedene Techniken, wie z.B.
- die Schnurbindung
- das Doppelseitiges Weben
- 1/3 broken Twill
- das Broschieren
Historisches
Das Brettchenweben ist auf drei Kontinenten unabhängig voneinander entstanden: in Asien, in Afrika und in Europa.
In Europa kman diese Webtechnik etwa um 800 n.Chr. stark in Mode, wobei die Technik selbst schon wesentlich älter
ist. Man hat in dem Keltenfürstengrab bei Hochdorf einige mit Borten verzierte Stoffe gefunden, die auf etwa 640
v.Chr. datiert worden sind.
In Skandinavien läßt sich die Technik bis zur keltischen Bronzezeit, etwa 2. Jh. n.Chr. zurückverfolgen.
Die ersten bekannten Brettchen wurden in Dänemark gefunden und auf die frühe Eisenzeit datiert.
Den schönsten Fund machte man aber in Oseberg in Norwegen. Dort fand man einen Webstuhl mit einem aufgezogenen Band
und mehrere in verschiedenen Techniken gewebte Bänder, die auf etwa 850 n.Chr. datiert wurden.
Im Mittelalter wurde das Brettchenweben schnell eine hoch raffinierte Kunst, die sogar von den adeligen Frauen am
Hofe ausgeübt wurde, wie Quellen wie die Manessische Liederhandschrift zeigen.
Die Bänder wurden hier als Saum an geistlichen Gewändern, als Bänder für kostbare Bücher oder als Sigelbänder
verwendet. Auch als Borten an "normaler" Kleidung ist sie nachgewiesen. Wobei auf der Hand liegt, daß je kunstvoller
und aufwändiger die Borte war der Träger desto angesehener gewesen ist.
zusammengefaßt von Anna Katharina zu Erlenbach
Quellen:
"Card Weaving" von Candace Crockett
"Codex Manesse"