Etwa um das Jahr 1050 erhielten Kaufleute der Seerepublik Amalfi vom Kalifen von Ägypten in Jerusalem eine Kirche, ein Konvent und ein Hospital. In diesem Hospital sollten den Pilgern ohne Unterschied des Glaubens und der Rasse Schutz und Obdach gewährt werden. Der Orden vom heiligen Johannes zu Jerusalem, die Klostergemeinschaft, wird mit der Leitung des Hospitals betraut und als die Kreuzfahrer des ersten Kreuzzuges 1099 Jerusalem erobern, war das Hospital unter der Leitung des Seligen Bruder Gerhard Sasso in vollem Betrieb und konnte als Hospital genutzt werden. Für damalige Verhältnisse ein vorbildliches Hospital.

Mit der Bulle vom 15. Februar 1113 erkennt Papst Paschalis II. das Hospital als Kirchlichen Orden an und stellt ihn unter den Schutz des hl. Stuhls. Zu den ursprünglichen Aufgaben des Ordens kamen jetzt auch mehr und mehr militärische Aufgaben.Immer öfter kam es zu Übergriffen auf die christlichen Hospitäler, so dass zu ihrem Schutz Ritter und Bewaffnete abgestellt werden mussten.
Mit christlichen Rittern aus dem Abendland und dem Nachfolger Bruder Gerhards, Raymund du Puy, wandelte der Mönchsorden sich ab 1120 in einen Ritterorden, den Rittern des Spitals des heiligen Johannes zu Jerusalem. Um 1180 fand diese Entwicklung ihren Abschluss, als der Papst dem Orden das Recht zusprach, neben der Krankenpflege auch militärisch tätig zu werden.
Somit teilte der Orden sich den Aufgaben entsprechend in drei Gruppen: der Krankenpflege, dem Schutz der Pilger und den Geistlichen. Als Zeichen wird das achtspitzige weiße Johanneskreuz angenommen. Nach und nach überwiegten die militärischen Aufgaben des Ordens und einige der wichtigsten Kreuzfahrerburgen werden dem Orden überlassen. Die bekannteste unter ihnen ist Krak des Chevalliers im heutigen Syrien.

Das Erscheinungsbild ändert sich und der rote Waffenrock mit dem weißen Kreuz wird das Erkennungsmerkmal der Ritter des Ordens, die vorher in schwarzen Waffenröcken gekleidet waren. Die dienenden Brüder tragen weiterhin das achtspitzige weiße Johanneskreuz auf ihren schwarzen Mänteln.
Mit der Schlacht von Hattin wurde das Ende der Kreuzfahrerstaaten eingeläutet und auch der Orden hatte schwerste, nicht ersetzbare Verluste zu beklagen. Trotz heftigster Gegenwehr wurden das christliche Heer zurückgedrängt und nach dem Verlust der letzten Bastion im heiligen land (1291) zieht sich der Orden über Zypern 1310 nach Rhodos zurück. Unter der Leitung des Großmeisters Fra` Foulques de Villaret wird Rhodos zu einer starken Festung ausgebaut und zur Verteidigung der christlichen Welt stellt der Orden eine mächtige Flotte auf. Der Orden wird Seemacht und kontrolliert das östliche Mittelmeer.

Auch die Pflege von Armen und Kranken wird wieder aufgenommen und in Rhodos entsteht ein neues Hospital, welches das modernste der Zeit war. Der Orden nimmt dabei auch gerne die Erfahrungen und das Wissen der arabischen Ärzte auf. Viele Neuerungen in der Medizin gehen auf diese Zeit zurück. Die Kranken essen und trinken aus silbernem Geschirr, weil dies leichter zu reinigen war und in den Krankenzimmern brannte der Weihrauch, da dieser die krankmachende Luft säubern sollte.

Die Regierung des Ordens bildet der Großmeister (Fürst von Rhodos) und der Rat. Immer wieder ist der Orden der Rhodesierritter, wie er jetzt genannt wird, in schwere Kämpfe verwickelt. Im Jahre 1523 muss er sich nach sechsmonatiger Belagerung aus Rhodos zurückziehen.
Wieder ist der Orden Heimatlos. Im Jahr 1530 nimmt er unter Großmeister Fra ` Phillipe de Villiers die Insel Malta in Besitz, die er von Kaiser Karl V. als Lehen erhält. Hier bleibt der Orden (jetzt als Malteser) bis er die Insel 1798 an Napoleon Bonaparte verliert
Im Jahr 1834 lässt sich der Orden in Rom nieder. Die militärischen Aufgaben verlieren an Bedeutung und die Malteser widmen sich den humanitären Aufgaben. So sind sie auch heute noch, auf eine lange Tradition zurückblickend, weltweit aktiv. Getreu ihrem Leitsatz:

Tutuio fidei et obsequium pauperum

Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen




zusammengefaßt von Helge von Auetal